Liebe Leserin, lieber Leser,
„Unser Geld für unsere Leute“ – das war auf Plakaten der AfD zu lesen. Dass die das aber so verstehen, wie es jetzt nach und nach rauskommt, hätte ich mir nicht vorstellen können.
Zahlreiche Abgeordnete aus Bundestag oder Landtagen agieren quasi nach dem Motto, „Stellst du meine Frau und meine Schwester ein, lasse ich deinen 80-jährigen Vater auf mein Ticket bezahlen und deine Frau bringen wir bei meinem Kollegen unter.“ Dieser Filz, gerade von einer Partei, die von sich immer behauptet, eine Alternative zu den von ihnen abqualifizierten „Altparteien“ zu sein (in Amerika würden sie sich als Anti-Establishment-Partei bezeichnen), ist unsäglich. Das mag vielleicht rechtlich zulässig sein, aber nicht unbedingt legitim. Wobei der neueste Fall der Kollegin Uhr von der AfD aus Niedersachsen, die ihren Freund und die Tochter beschäftigt - was von der AfD selbst angezeigt wurde - ist sogar definitiv rechtswidrig. Mein Kollege Dr. Plum hat das in der Debatte am Donnerstag klar dargestellt. Sehen Sie selbst hier.
Das ist sicher in früheren Jahren auch bei Abgeordneten der Union vorgekommen. Dort aber nur in Einzelfällen und nicht in dieser unglaublichen Dimension. Und ehrlicherweise auch in einer anderen Zeit, ohne dass wir zugleich den Anspruch haben, moralisch über den anderen Parteien zu stehen. Deshalb haben wir dieses Gebaren der Blauen, das an Clanstrukturen erinnert und die sich ungeniert an den Steuerköpfen bedienen, zum Thema einer Debatte am Mittwoch im Bundestag gemacht. Das dürfen wir diesen Pseudo-Saubermännern nicht durchgehen lassen. Im Übrigen hat auch deren Spitzenkandidat im Ländle seine Ehefrau bei einem Kollegen als Mitarbeiterin untergebracht.
Vergangenes Wochenende hatten wir den 38. Bundesparteitag der CDU Deutschlands in Stuttgart auf der Messe. Und was gab es da nicht alles für Erwartungen oder Spekulationen durch die Medien im Vorfeld. Da würde Merz gnadenlos abgestraft, da käme die Altkanzlerin, um ihm „seinen“ Parteitag zu vermasseln oder es gäbe riesigen Streit über Teilzeit und anderes. Und nichts davon ist eingetreten.
Merz wurde nach einer, wie ich fand, starken Rede mit 91,17% wiedergewählt. Und die Präsenz von Angela Merkel war weder störend noch dominierend. An der Frage sah man auch, wie die Medien ticken. 30 Jahre war sie auf jedem Bundesparteitag. Dann war sie nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft drei Jahre nicht mehr dabei. Die Medien fragten: „Warum ist sie nicht da?“ Jetzt kommt sie wieder. Die Medien fragen: „Warum ist sie wieder da, was hat das zu bedeuten?“ Und wenn man in diesen Zeiten, wo es politische Fragen zu allen wichtigen Themen in Deutschland und der ganzen Welt gäbe, sich als Medien um solche Fragen so intensiv kümmert, scheinen die Medien entweder den Schuss nicht gehört zu haben, oder wir haben tatsächlich keine Probleme in Deutschland. Ich fand, wir hatten einen guten Parteitag, der auch gute Beschlüsse zu wichtigen Themen gefasst hat. Falls es Sie interessiert, finden Sie diese hier: https://www.cdu.de/38-parteitag/.
Nach drei Nicht-Sitzungswochen sind wir seit Montag und auch kommende Woche wieder in Berlin. Bereits diese Woche haben wir wichtige Beschlüsse gefasst, um unser Wahlprogramm umzusetzen. Mehr dazu finden sie nachstehend.
Jetzt wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und ein gutes und schönes Wochenende!
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Michael Donth MdB