Liebe Leserin, lieber Leser,
die Demonstrationen des vergangenen Wochenendes zeigen deutlich: Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass ihre Sorgen und Erwartungen nicht ausreichend gehört werden. Dabei geht es um weit mehr als einzelne politische Forderungen. Es geht um die grundlegende Frage, wie ihre Zukunft aussehen wird.
Junge Menschen fragen sich, wie sie Schule, Ausbildung oder Studium erfolgreich absolvieren und gleichzeitig ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Hinzu kommen Herausforderungen bei der psychischen Gesundheit sowie die Frage, welche Perspektiven Ausbildung und Studium in einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägten Arbeitswelt bieten.
Gleichzeitig blicken viele mit Sorge auf die großen Herausforderungen unserer Zeit. Die heute 20-Jährigen sollen im Jahr 2040 sagen können, dass sie stolz auf Deutschland sind. Stolz auf ein Land, das Freiheit und Sicherheit verbindet. Ein Land, in dem man sich ein eigenes Zuhause schaffen, eine Familie gründen, ein Unternehmen aufbauen und durch eigene Leistung erfolgreich sein kann. Der Staat soll dabei nicht bevormunden, sondern ermöglichen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft müssen wir aufgrund steigender Kosten unsere Gesundheits-, Pflege- und Rentensysteme fit für die Zukunft machen. Einige Maßnahmen dafür sind umgesetzt, weitere folgen.
Für mehr Generationengerechtigkeit brauchen wir aber mutige Reformen. Wir setzen einen klaren Kurs für Freiheit, Sicherheit und die Chancen der nächsten Generation. Das Aufstiegsversprechen müssen wir erneuern. Nur so gewinnen wir das Vertrauen junger Menschen zurück und sichern die Zukunft unseres Landes. Und ich bin sicher, dass wir das mit den Punkten, die wir bereits aufgegriffen haben, auch noch weiter umsetzen werden.
Gleichzeitig dürfen wir jedoch nicht hinnehmen, dass Chaoten friedliche Proteste dafür missbrauchen, die Basis unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung anzugreifen. In Köln, Frankfurt und Berlin kam es zu erschreckenden Gewaltszenen. Statt friedlich ihre Meinung zu äußern, griffen Gewalttäter diejenigen an, die unser aller Sicherheit schützen: unsere Polizistinnen und Polizisten. Allein in Frankfurt wurden über 100 Einsatzkräfte verletzt. Es scheint so, dass diese Straftäter die ansonsten friedlichen Demonstrationen "gekapert" haben, um ihre Chaospläne umzusetzen.
Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, greift Menschen an, die für unseren Rechtsstaat einstehen. Deswegen ist unsere Haltung unmissverständlich: Wir stehen an der Seite unserer Polizei. Sie verdient nicht nur unseren Dank, unseren Respekt und unsere Anerkennung, sondern auch den entschlossenen Rückhalt von Politik und Gesellschaft. Autos wurden demoliert und beschmiert, Geschäfte verwüstet – und viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Diese Gewalt gegen Menschen, Polizei, Geschäfte und unseren Zusammenhalt werden wir nicht akzeptieren und konsequent dagegen vorgehen.
Wer jungen Menschen zuhört, ihre berechtigten Fragen ernst nimmt und zugleich Gewalt konsequent verurteilt, stärkt beides: unseren Rechtsstaat und das Vertrauen der nächsten Generation in unsere Demokratie. Das wollen wir weiter tun und das habe ich erst gestern wieder getan, als zwei Schulklassen aus Reutlingen bei mir zum Gespräch im Bundestag waren.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Michael Donth MdB