Der Albaufstieg, offiziell B 312, Verlegung bei Lichtenstein (Albaufstieg), ist für die Gemeinde selbst, aber auch für die gesamte Region von zentraler verkehrspolitischer Bedeutung. Sowohl die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb als auch die neue Bundesstraße B 312 sollen künftig das Tal von Stuttgart und Reutlingen, über Pfullingen und Lichtenstein mit der Albhochfläche Richtung Engstingen besser verbinden.
Bereits seit Jahrzehnten wird an einer tragfähigen Lösung für die Straßenachse gearbeitet. Die Gemeinde Lichtenstein hatte sich ursprünglich für die vom Land bevorzugte Variante 1b ausgesprochen – eine Variante mit Tunnel im Ort und Brückenbauwerk am linksseitigen Talrand. Diese wurde in den sogenannten „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese Variante planerische Herausforderungen mit sich bringt, sodass derzeit auch alternative Trassen geprüft werden.
Um die laufenden Abstimmungen zu begleiten und Wege für eine kombinierte bzw. abgestimmte Planung mit der Regional-Stadtbahn zu diskutieren, hat die Gemeinde Lichtenstein zu einem fachlichen Austausch eingeladen. Hierzu hatte der Reutlinger CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Donth auch seinen Kollegen, den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Christian Hirte MdB, um Teilnahme gebeten. Neben Hirte nahmen Regierungspräsident Klaus Tappeser, Prof. Dr. Tobias Bernecker vom Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, die stellvertretende Landrätin, Greta Schirmer-Förster, CDU-Landtagsabgeordneter Manuel Hailfinger, Bürgermeister Peter Nußbaum, sowie weitere Vertreter aus dem Bundesverkehrsministerium, Regierungspräsidium Tübingen und Vertreter des Lichtensteiner Gemeinderats teil.
Alle Beteiligten unterstrichen die hohe Priorität des Projekts – sowohl für die Straße als auch für die Regional-Stadtbahn. Aktuell werden die Planungen zwischen dem Regierungspräsidium Tübingen, dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg sowie dem Bundesministerium für Verkehr abgestimmt. In der ersten Jahreshälfte sollen die Ergebnisse bekannt gegeben und die weitere Vorgehensweise skizziert werden.
„Der Albaufstieg darf nicht länger ein unvollendetes Kapitel bleiben“, betonte Michael Donth, der dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages angehört und dort Obmann, also stellvertretender verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. „Ich werde mich weiter mit Nachdruck dafür einsetzen, dass dieses, für die Menschen in Lichtenstein und die Auto- und LKW-Fahrer, wichtige Projekt endlich vorankommt. Lichtenstein und die gesamte Region Neckar-Alb brauchen eine leistungsfähige und zukunftstaugliche Verkehrsanbindung.“
Staatssekretär Hirte verwies in diesem Zusammenhang auch auf das im Bundeskabinett beschlossene und aktuell im Bundestag diskutierte Infrastruktur-Zukunftsgesetz, das Planungsverfahren beschleunigen und Investitionen in moderne Verkehrswege erleichtern soll.
Im Anschluss an den Fachaustausch erfolgte eine gemeinsame Besichtigungsfahrt der potenziellen Trassen vor Ort, um den Planungsbeteiligten aus Bonn und Tübingen die örtlichen Gegebenheiten nochmals anschaulich vor Augen zu führen.