Praktikum von Lars Queck aus Bielefeld in meinem Berliner Abgeordnetenbüro

In den letzten vier Wochen hatte ich einen weiteren Praktikanten in meinem Berliner Abgeordnetenbüro. Seit dem 13. April 2026 begleitete mich und mein Team Lars Queck aus Bielefeld.

Hier auch sein Bericht:

„Zwischen Schiene und Schreibtisch: Mein Blick hinter die Kulissen der deutschlandweiten Entscheidungen

Berlin.

Ein Praktikum.

Mitten im Herzen der deutschen Demokratie.

Vielleicht haben Sie sich das auch schon einmal gefragt, während Sie am Bahnsteig standen und auf die Anzeige starrten: Warum investiert der Bund Milliarden in die Schiene, aber mein Zug hat trotzdem 20 Minuten Verspätung? In den letzten Wochen durfte ich als Praktikant im Abgeordnetenbüro bei Herrn Donth im Deutschen Bundestag genau dort nach Antworten suchen, wo die Weichen für unsere Mobilität gestellt werden. Es war eine Zeit zwischen harten Fakten im Verkehrsausschuss und dem rasanten Puls der Hauptstadtpolitik.

Warum klemmt die Bahn wirklich? Die komplexe Wahrheit hinter den Verspätungen

Die Milliarden kommen. Das ist die gute Nachricht, die ich aus den Sitzungen mitnehme: Es fließt so viel Geld in unsere Infrastruktur wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch Geld allein verlegt keine Gleise. Während meines Praktikums habe ich gelernt, dass das System Schiene ein hochkomplexes Uhrwerk ist, bei dem schon ein winziges Sandkorn den Takt ruinieren kann.

Wussten Sie, dass in Zeiten von KI und Digitalisierung viele Waggons immer noch von Hand angekuppelt werden? Es ist echte Knochenarbeit, die den Betrieb verlangsamt. Dazu kommen Baustellen, die zwar langfristig für Erfolg sorgen, kurzfristig aber die Nervenbündel der Pendler strapazieren. Und dann ist da noch die Bürokratie: Jeder neue Meter Gleis muss sich durch einen Dschungel aus Genehmigungen und Bürgerbeschwerden kämpfen. Es ist ein Spagat zwischen dem Wunsch nach Fortschritt und der Rücksicht auf den Einzelnen.

Das Poker um die Wichtigkeit: Treffen mit der Parlamentsgruppe Schiene

Wer bekommt das Geld zuerst? Das ist die Frage, die über allem schwebt. Ein Highlight war für mich der parlamentarische Abend mit Vertretern der Parlamentsgruppe Schiene. Es ist wie ein riesiges Puzzle der Bedürfnisse. Da ist der Logistiker, der dringend modernere Baustellenfahrzeuge braucht, und dort ist ein Unternehmen, das für bessere Beleuchtung und Sicherheit am Bahnhof kämpft.

In der Politik geht es nicht nur um „Ja“ und „Nein“, sondern um Priorisierung. Jeder Akteur hat gute Argumente, und jeder ist auf seine Weise wichtig für unser Land. Als angehender Soziologe war es faszinierend zu sehen, wie diese verschiedenen Interessen im Bundestag zusammenlaufen und zu einer politischen Entscheidung geformt werden. Es ist ein ständiges Abwägen, um die beste Lösung für die Bürgerinnen und Bürger – also für Sie – zu finden.

Ein Vorurteil weniger: Von wegen „die tun ja nichts“

Politik ist Hochleistungssport. Vergessen Sie das Bild vom Abgeordneten, der gemütlich im Büro Däumchen dreht und auf den Feierabend wartet. Der Alltag, den ich miterlebt habe, ist von einer Taktung geprägt, die kaum Zeit zum Atmen lässt.

Vom frühen Morgen bis spät in den Abend jagen sich die Termine: Ausschusssitzungen, Fachgespräche mit Verbänden, Telefonate mit dem Wahlkreis und die Debatten im Plenum. Es gibt selten „10-Minuten-Pausen“, wenn man die Interessen von Bürgern und Unternehmen seriös vertreten will. Ich habe Menschen erlebt, die mit Leidenschaft um jedes Detail ringen, um das Leben in unserem Land ein Stück besser zu machen. Das hat mein Bild von der parlamentarischen Arbeit grundlegend verändert.

Danke für die prägende Zeit

Ein herzliches Dankeschön. Ohne die großartige Unterstützung im Büro wäre diese Erfahrung nur halb so wertvoll gewesen. Ein ganz besonderer Dank geht an Maren und Alkmar, die mich nicht nur fachlich begleitet haben, sondern mir auch gezeigt haben, wie menschlich und nahbar Politik trotz des enormen Drucks sein kann. Ebenfalls Danke möchte ich Yannik danken, der mich als zweiter erfahrener Praktikant begleitet und mir schnelles Lernen ermöglicht hat. Selbstverständlich gilt mein Dank auch Michael Donth, der nicht zögerte, Einblicke in sämtliche Gespräche zu gewähren.

Ich nehme nicht nur Wissen über Verkehrs- und Tourismuspolitik mit nach Hause, sondern vor allem die Erkenntnis, dass Demokratie vom Mitmachen und gegenseitigen Verständnis lebt. Es war mir eine Freude, einen kleinen Teil zu dieser Arbeit beitragen zu können.

Freundliche Grüße

Lars Queck“