Von 23. Februar 2026 und noch bis zum 3. April 2026 begleitete meine Mitarbeiter und mich Jakob Faß aus Osnabrück im Rahmen eines Praktikums des Evangelische Studienwerk Villigst im Berliner Parlamentsalltag.
Hier seinen Bericht:
„Mein Name ist Jakob Faß und ich studiere Soziologie und Philosophie an der Universität Osnabrück. Seit dem 23.02. darf ich ein Praktikum im Berliner Büro von Michael Donth, MdB absolvieren. Möglich wurde das Praktikum durch das Evangelische Studienwerk Villigst – dafür bin ich sehr dankbar. Mein Dank gilt ebenso der EKD und Dr. Stephan Iro für die Vermittlung. Ich wollte den Bundestag nicht nur als abstrakten Ort politischer Theorie erleben, sondern als Arbeitsumfeld, in dem Entscheidungen vorbereitet, ausgehandelt und am Ende auch verantwortet werden müssen.
Inhaltlich unterstützte ich das Team vor allem bei Recherche- und Zuarbeiten sowie bei der Vorbereitung von Terminen und Ausschusssitzungen. Neben klassischer Büroarbeit bekam ich zudem die Gelegenheit, den Abgeordneten zu Gesprächen und Veranstaltungen zu begleiten. Dadurch wurde sehr anschaulich, was Politik in der Praxis ausmacht: das Zusammenspiel von Institutionen, Interessen und Öffentlichkeit – und die Kunst, aus sehr unterschiedlichen Perspektiven am Ende zu tragfähigen Lösungen zu kommen.
Besonders prägend war für mich ein Gespräch mit dem BVG-Vorstandsvorsitzenden über Zukunftsvisionen im ÖPNV. Hier, wie in anderen Gesprächen dieser Art, wurde mir deutlich, wie anspruchsvoll der Weg von einer guten Idee in den verlässlichen Betrieb ist: Zukunftskonzepte überzeugen oft durch Klarheit und Tempo und gewinnen dann an Qualität, wenn Fragen der konkreten Umsetzung frühzeitig mitgedacht werden. Ebenso eindrücklich waren die Sitzungen des Verkehrs- und des Tourismusausschusses. Wer Politik vor allem mit Plenardebatten verbindet, lernt hier schnell: Der eigentliche Maschinenraum ist der Ausschuss. Dort wird abgewogen, präzisiert und nachjustiert – nicht spektakulär, aber entscheidend. Ergänzt wurde das durch diverse Lobby- und Fachgespräche sowie mehrere Termine mit Unternehmen aus dem Schienenverkehr. Gerade dort habe ich viel darüber gelernt, wie eng Wirtschaft, Infrastruktur und Klimaziele miteinander verflochten sind und dass „einfach mal machen“ in einem System mit knappen Kapazitäten und langen Planungswegen meistens nicht an mangelndem Willen scheitert, sondern an der Realität.
Ich bedanke mich herzlich bei Michael Donth für das Vertrauen und die Möglichkeit, so viele Einblicke in die parlamentarische Arbeit zu erhalten. Mir ist bewusst, dass dies nicht selbstverständlich ist und ein großes Privileg darstellt. Ein ebenso großer Dank gilt dem Team des Berliner Büros – danke Alkmar, danke Maren – für die offene Aufnahme, die professionelle Begleitung und die Geduld mit meinen Nachfragen. Das Praktikum war für mich fachlich wie persönlich sehr gewinnbringend und hat mir gezeigt, wie politische Arbeit jenseits von Schlagzeilen tatsächlich funktioniert: strukturiert, sachorientiert, oft unter Zeitdruck – und gelegentlich mit dem beruhigenden Gefühl, dass selbst im Bundestag nicht alles perfekt ist. Wer überlegt mal ein Praktikum in einem Abgeordnetenbüro zu machen, dem kann ich das nur ans Herz legen. Bei Michael Donth und seinem Team ist man dafür in besten Händen.“